Überwachung ist doch toll! – Smart China Expo

Meine Gastmutter, Linda, ist mit Zoe und mir auf die Smart China Expo, die für ein paar Tage in Chongqing ist, gefahren.

Das Messegelände ist etwa eine Stunde entfernt, wir haben allerdings wegen des hohen Andrangs über zwei Stunden gebraucht. Dadurch sind wir wenige Minuten nach der letzten Einlasszeit angekommen. Da wir nicht die einzigen waren, die noch versuchten hereingelassen zu werden, hat sich an der Eingangsabsperrung eine immer größere Menschenmenge gebildet, die von hinten mehr und mehr gegen die Gitter des Eingangs drückte. Schießlich haben die Sicherheitskräfte nachgegeben und die Eingänge noch einmal geöffnet.

Als würden sie befürchten, die Sicherheitskräfte würden es sich noch anders überlegen, drängelten alle so schnell sie konnten durch die Eingänge. Linda nahm Zoe auf den Arm und warnte mich aufzupassen um nicht überrannt zu werden.

Auf der Autofahrt habe ich zuvor über We Chat etwas ausgefüllt, was nun offenbar meine Eintritskarte war, die nur noch schnell mit einem anderen Handy gescannt wurde. Dann eine Flughafen-Sicherheitskontrolle und wir waren drinnen.

 

 

Da wir so spät waren, hatten wir nur noch eine halbe Stunde Zeit und Linda hat eine der vielen Ausstelllungshallen ausgewählt.

Es war fast alles auf chinesisch, aber auf jeden Fall ging alles um neue Technologien, die den Alltag in der Großstadt einfacher und vor allem sicherer machen sollten.

Chongqing Transportation stellte an seinem Stand Ideen und Modelle für zukünftige Verbesserungen vor.

So registriert man sich zum Beispiel für einen Taxi Account. Der Taxifahrer scannt vor dem Einsteigen das Gesicht des Mitfahrenden. Damit kann vermieden werden, dass Illegale im Taxi mitfahren – oder genau verfolgt werden, wer zu welchen Zeiten sich wo aufhält.

Ähnlich funktioniert auch der Prototyp für noch einfachere U-Bahn-Kontrolle. Bisher kauft man eine Karte, auf die man Geld lädt. Um zu den Gleisen zu gelangen, scannt man die Karte und wird durch die Schleuse gelassen. Beim Aussteigen ebenfalls. Automatisch wird das Geld dann abgebucht. Die Karten kauft man anonym und sie sind übertragbar.

Mit dem neuen System braucht man keine Karte mehr. Mann braucht generell nichts mehr, dass man verlieren kann, da einfach das Gesicht gescannt wird und das Geld dann automatisch von einem Konto abgebucht werden kann. Das klingt doch wirklich super praktisch. Dass dadurch nebenbei immer nachverfolgt werden kann, wer wann wohin fährt ist ja wirklich nebensächlich…

 

Als ich den Stand der Chongqing Transportation anschaute, wurde ich direkt auf englisch von einer der herumstehenden Mitarbeiterinnen angesprochen, die total begeistert anfing mir über die neuen Technologien zu referieren. Mehrere andere Mitarbeiter kahmen dazu und fotografierten uns, absolut nicht unauffällig. Keiner der chinesichen Besucher an dem Stand wurde von Mitarbeitern herumgeführt.

 

Ein weiterer Stand stellte Programme und Materialien für Kinder und Schulen vor. Linda zeigte mir ganz interessiert den Flyer von einem GPS Tracker für Kinder. Dieser ist mit einem Programm auf dem Smartphone der Eltern verbunden und warnt vor gefährlichen Gegenden. Außerdem ist er mit den Bus und Bahnen in Chongqing kombinierbar um die Kinder nicht mit Fahrkarten zu verwirren.  Für Schulen sind weitere Programmoptionen verfügbar und die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern soll vereinfacht werden.